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Duplikat von Elektro-Lkw im Einsatz – MAN und das CNL starten Praxistests

Duplikat von Elektro-Lkw im Einsatz – MAN und das CNL starten Praxistests

Joachim Drees, Vorsitzender des Vorstands der MAN Truck & Bus AG, und sein Vorstandskollege Dr. Ulrich Dilling, verantwortlich für Produktion & Logistik, haben am Produktionsstandort Steyr die ersten Elektro-Lkw des Typs MAN eTGM an neun Mitgliedsunternehmen des österreichischen Council für nachhaltige Logistik (CNL) übergeben

  • MAN Truck & Bus übergibt vollelektrische Elektro-Lkw an neun Partnerunternehmen des österreichischen Council für nachhaltige Logistik (CNL).
  • Die Testfahrzeuge auf MAN TGM-Basis sind kundenspezifisch konzipiert und für eine authentische Praxiserprobung ausgelegt. Im Rahmen der mehrmonatigen Testfahrten setzen die beteiligten Unternehmen die Fahrzeuge im regulären Logistikbetrieb ein.
  • Die gemeinsam mit den Partnerunternehmen des CNL gesammelten Erfahrungen wird MAN in die weitere Serienentwicklung von Elektro-Lkw einfließen lassen.

Joachim Drees, Vorsitzender des Vorstands der MAN Truck & Bus AG, und sein Vorstandskollege Dr. Ulrich Dilling, verantwortlich für Produktion & Logistik, haben am Produktionsstandort Steyr die ersten Elektro-Lkw des Typs MAN eTGM an neun Mitgliedsunternehmen des österreichischen Council für nachhaltige Logistik (CNL) übergeben. Dies war zugleich der Startschuss für intensive Praxiserprobungen durch die CNL-Mitgliedsunternehmen Gebrüder Weiss, HOFER, Magna Steyr, METRO, Quehenberger Logistics, REWE, Schachinger Logistik, SPAR und Stieglbrauerei. Die Firmen werden in den kommenden Monaten die Fahrzeuge unter authentischen Bedingungen in ihrem spezifischen Logistik- und Transportalltag auf Herz und Nieren testen.

Mit der offiziellen Übergabe setzt MAN Truck & Bus einen weiteren Meilenstein auf dem Weg zur Elektrifizierung des städtischen Verteilerverkehrs, wo Emissionsfreiheit und geringe Lärmbelastung eine immer wichtigere Rolle spielen. Die Erprobung im logistischen Alltag der Mitglieder des CNL unterstreicht den Ansatz von MAN, nachhaltige Logistiklösungen gemeinsam mit den Kunden und unter Einbeziehung ihrer Praxisexpertise zu entwickeln.

Während der Übergabezeremonie, die im MAN Werk Steyr im Produktionsbereich für Elektro-Lkw stattfand, zeigte sich Joachim Drees überzeugt vom gemeinsamen Projekt mit dem CNL: „Es ist soweit, die ersten MAN Elektro-Lkw sind auf der Straße – und zwar im Alltagseinsatz bei unseren Kunden. Ab sofort liefern sie zum Beispiel Getränke, Lebensmittel, oder Fahrzeugteile aus – und das lokal emissionsfrei und fast geräuschlos. Die Übergabe der ersten eTrucks ist nicht nur ein besonderer Moment für das Kooperationsprojekt mit dem CNL, sondern auch für die 260-jährige Unternehmensgeschichte von MAN.“

Von Seiten des Council für nachhaltige Logistik lobte Initiator und Sprecher Max Schachinger das Projekt: „Wir kennen und erleben direkt die Entwicklung bei Klima und Umwelt und wir wollen alle noch lebenswertere Städte. Über die Schritte jedes Einzelnen hinaus verbinden wir uns für ein noch größeres Ganzes und setzen mit den ersten e-Trucks und MAN Taten um: das Ende des fossilen Zeitalters ist eingeläutet und die Zukunft der nachhaltigen Mobilität beginnt heute.“

Das CNL ist eine europaweit einzigartige Initiative: 18 der größten österreichischen Firmen aus den Bereichen Handel, Logistikdienstleister und Produktion haben sich zusammengeschlossen, um gemeinsam Schritte im Bereich nachhaltiger Logistik zu setzen. Verankert ist das CNL am Zentrum für globalen Wandel und Nachhaltigkeit an der Universität für Bodenkultur Wien.

MAN Elektro-Lkw ab sofort in Österreich unterwegs

  • MAN hat im Rahmen seiner Projektpartnerschaft mit dem österreichischen Firmenkonsortium CNL am 13. September 2018 die Phase der Praxistests gestartet.
  • Im Zuge der Auftaktveranstaltung im MAN Werk Steyr nahmen Vertreter der beteiligten Logistikunternehmen die neun Testfahrzeuge von MAN Truck & Bus Vorstandsvorsitzenden Joachim Drees und Dr. Ulrich Dilling, Vorstand für Produktion und Logistik entgegen.
  • Mitgliedsunternehmen des Council für nachhaltige Logistik werden vollelektrische MAN TGM 26-Tonner im regulären Logistikeinsatz für mehrere Monate testen.

Mit der Übergabe der ersten neun MAN eTrucks an Mitgliedsunternehmen des österreichischen Council für nachhaltige Logistik (CNL) am 13. September im MAN Truck & Bus Werk Steyr kommt jetzt eine im Nutzfahrzeugbereich bisher einzigartige Entwicklungspartnerschaft sprichwörtlich ins „Rollen“.

Die Vorteile von vollelektrisch angetriebenen Lkw liegen klar auf der Hand: Immer dichter besiedelte urbane Gebiete mit zunehmendem Verkehr und Staus, restriktivere Gesetze zur Umweltreinhaltung, sowie das stetig wachsende Bewusstsein der Gesellschaft für mehr Nachhaltigkeit in allen Bereichen, verlangen nach neuen Lösungen für Gütertransport und Logistik. Gerade auf Kurzstrecken im Stadt- und Verteilerverkehr können elektrifizierte Nutzfahrzeuge die Lösung sein, um CO2 und Stickoxyd-Emissionen auf ein Minimum zu reduzieren, bzw. lokal ganz zu vermeiden. Dabei sind sie sehr leise und daher auch für die Belieferung in der Nacht und den frühen Morgenstunden einsetzbar.

Mit Fokus auf die Anwendungsfälle, die bei den neun Unternehmen des CNL gefragt sind, hat MAN die ersten neun eTrucks entwickelt. Die Fertigung der Fahrzeuge erfolgte im MAN Werk in Steyr. Zum einen findet hier die Produktion der konventionellen Lkw Baureihen MAN TGM und TGL statt. Zum anderen ist das hier ansässige Truck Modification Center auf die Fertigung von Kleinserien und Einzelanfertigungen spezialisiert. Die Bedeutung des Standortes für das Projekt verdeutlichte im Rahmen der Übergabe Dr. Ulrich Dilling, Vorstand für Produktion und Logistik bei MAN Truck & Bus: „Der Standort Steyr spielt bei der Entwicklung unserer Elektro-Lkw eine zentrale Rolle. Unsere Mitarbeiter wurden für Hochvolt-Systeme geschult, erforderliches Equipment wurde beschafft und Sicherheitsbereiche eingerichtet. Auch das angepasste Wartungskonzept für eTrucks haben wir hier entwickelt und Servicepersonal aus Wien, Graz und Salzburg geschult. Mit diesen Maßnahmen machen wir unseren Standort Steyr elektro-fit“.

Bei den neun Elektro-Fahrzeugen handelt es sich um vier 6x2-Fahrgestelle mit Kühlkoffer plus Ladebordwand für den Einsatz bei den Unternehmen HOFER, METRO, REWE und SPAR, drei 6x2-Fahrgestelle mit Wechselbrückenaufbau für die Speditionen Gebrüder Weiss, Quehenberger Logistics und Schachinger Logistik, ein 6x2 Fahrgestell für den Getränketransport der Stieglbrauerei, sowie eine 4x2-Sattelzugmaschine für die Werkslogistik bei Magna Steyr. Die Fahrzeuge bilden damit einen repräsentativen Querschnitt der gängigsten Verteiler- Transportaufgaben in der urbanen Logistik ab.

Die Fahrgestellbasis für die MAN eTrucks ist der MAN TGM. Der zentral im Rahmen angeordnete Elektromotor leistet 264 kW und schickt die maximal 3100 Nm Drehmoment ohne Schaltgetriebe an die Antriebsräder. Die Lithium-Ionen Batterien sind unter dem Fahrerhaus und seitlich am Rahmen untergebracht. In der Variante als 26 Tonnen Solo-Fahrgestell (MAN TGM 6X2-4 LL) sind insgesamt zwölf Batterien verbaut, die je nach Aufbaukonfiguration, Einsatz und Fahrprofil eine Reichweite bis 200 Kilometer ermöglichen. Bei der zweiachsigen Variante als Sattelzugmaschine (MAN TGM 4X2 LL) können bis zu acht Batteriepakete zum Einsatz kommen, entsprechend liegt die Reichweite bei bis zu 130 Kilometern je nach Einsatzprofil und Art des Aufliegers.

Alle Fahrzeuge verfügen außerdem über eine Luftfederung an Vorder- und Hinterachse, was die Anpassungsfähigkeit an jede Beladungssituation in der Stadt gewährleistet. Komfort- und Fahrzeugfunktionen wie Klimaanlage, Lenkung oder Luftpresser werden ebenfalls elektrisch betrieben. Gleiches gilt für Aufbaufunktionen wie die Ladebordwand oder Kühlaggregate. Über Bremsenergie-Rückgewinnung (sogenannte Rekuperation) wird die Bewegungsenergie des Fahrzeugs in den Schubphasen in elektrische Energie umgewandelt und in die Batteriespeicher zurückgeführt. Eine Anzeige im Cockpit informiert den Fahrer über den aktuellen Energieinhalt der Batterien. Das Laden der Batterien kann sowohl über Wechselstrom mit 22 oder 44 kW, als auch über Gleichstrom mit 150 kW erfolgen. Die Ladeanschlüsse entsprechen dem CCS-Standard Typ 2. Entscheidend für die Wahl der Ladeinfrastruktur ist die sinnvolle und ökonomische Strecken- und Einsatzplanung der Fahrzeuge.

Die MAN eTGM im Zuge der Entwicklung zur Kundenerprobung an die Partnerunternehmen des CNL zu übergeben, betrachtet MAN als einen logischen Schritt. Ziel ist es, umfangreiche Erkenntnisse und Impulse zur kontinuierlichen Weiterentwicklung und Optimierung, direkt aus dem Praxisalltag der Kunden zu gewinnen.

Der ganzheitliche Ansatz manifestiert sich auch in einem weiteren Baustein des MAN eMobility-Konzeptes. Auf dem Weg von „Low Emission“ zu „No Emission“ stehen Flottenbetreiber vor einigen Herausforderungen, die über das eigentliche Fahrzeug hinausgehen. Um sie dabei bestmöglich zu unterstützen, hat MAN Truck & Bus das spezialisierte Beratungsteam MAN Transport Solutions für individuelle und maximal wirtschaftliche Transportlösungen ins Leben gerufen. Die qualifizierten Berater können durch ihren Erfahrungsschatz auch Fragen rund um die Infrastruktur und den Energiebedarf sowie Wartungskonzepte und die Flottenauslegung abdecken. Aus dem Leistungsangebot kann jeder Kunde je nach Bedarf die Bausteine auswählen, die er benötigt, da die Spezialisten von Transport Solutions individuell beraten. So können sie mit Simulationstools beispielsweise bei der Routenplanung unterstützen ebenso wie bei der Auslegung der Betriebshöfe. Mit ihrer Expertise decken die Berater die komplette Nutzung der Fahrzeuge – sowohl Truck als auch Bus und Van – mit Betrieb, Infrastruktur sowie Service und Wartung ab. Dazu gehört unter anderem die Verkehrsplanung mit Umlauf- und Routenplanung, das Batterie- und Lademanagement, die Energiebedarfsanalyse und -optimierung sowie Wartungskonzepte, Werkstattauslegung und -training.

Die gemeinsamen Praxistests mit den Mitgliedsunternehmen des Council für nachhaltige Logistik sind Teil der eMobility Road Map von MAN. In deren Rahmen wird MAN Ende 2018 den Prototyp seines Batteriebusses (BEV) Lion’s City E der Öffentlichkeit präsentieren. Der Markteintritt folgt 2020 mit der entsprechenden Anlaufkurve. Die nun gestarteten Praxistests durch die Unternehmen des CNL stellen die Basis für eTruck-Folgeprojekte und die daraus folgende Serienentwicklung dar. Bei seiner eMobility-Roadmap profitiert MAN durch die Zugehörigkeit zur Volkswagen Gruppe von den Synergien innerhalb des Konzerns und von der Dynamik im Pkw-Bereich.

Quelle MAN